E.ON: Gasnetz soll im Besitz bleiben
April 14, 2009 on 4:36 pm | In Allgemein | No CommentsDer E.ON-Chef Wulf Bernotat hat in einem Gespräch mit der „Berliner Zeitung“ erklärt, dass sich E.ON im Bezug auf den Verkauf seines Gasnetzes nicht mit der EU-Kommission einigen werde, wie dies bei dem Verkauf des Stromnetzes des Energiekonzerns geschehen war.
Der Grund für diese Haltung liegt in der Art der Vorwürfe, die die EU-Kommission an E.ON richtet. Diese seien nach Auskunft Bernotats ungerechtfertigt. Deshalb werde das Unternehmen ein von der EU-Kommission angestrengtes Kartellverfahren notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof bekämpfen. Die Vorwürfe der EU-Kommission beziehen sich nach Auskunft des Unternehmens auf Vorfälle, die im Jahr 1975 stattgefunden haben. Zu einer Zeit, in der es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Wettbewerb gab und deshalb Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung gegenstandslos seien.
Die EU-Kommission verfolgt mit der Ankündigung eines Kartellverfahrens und einer drohenden Geldstrafe eine Strategie, die sich schon des öfteren als erfolgreich bewiesen hat. Aufgrund einer solchen Androhung musste auch E.ON das in seinem Besitz befindliche Stromnetz verkaufen. Der Besitz eines Teils des Versorgungsnetzes ist für Energiekonzerne von großem Vorteil, den sie nicht ohne Grund aufgeben. Die EU-Kommission vertritt dagegen den Standpunkt, dass Versorgungsnetze in der Hand von Energiekonzernen per se dem Wettbewerb abträglich sind und verfolgt deswegen das Ziel, den Besitz der Versorgungsnetze von Produzenten und Händlern möglichst einzuschränken.
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