Flüssiges Erdgas auf Tankern
Januar 11, 2010 on 11:45 am | In Allgemein | No CommentsIn den letzten Jahren hat der Anteil an Erdgas unter den Energieträgern immer mehr zugenommen. Mittlerweile wird immer mehr auf Erdgas gesetzt, weil es im Gegensatz zu Kohle oder Erdöl bei der Nutzung von Erdgas weit weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre gestoßen wird. In den nächsten Jahren wird der Anteil von Erdgas weiter steigen, vor allem wenn die neue Transportform sich weiter verbreitet. Heute wird Erdgas nämlich nicht mehr nur über Gas-Pipelines befördert, sondern auch per Schiff. Wie das geht? Das Gas muss dazu im Voraus verflüssigt werden, man spricht dann von Liquefied Natural Gas (kurz: LNG). Dafür werden spezielle Tanker angefertigt. An Deck dieser Tanker befinden sich Kugeln mit einem Durchmesser von 40 Metern, die mit dem LNG betankt werden. Die Kugeln sind zwar gut isoliert, damit das Erdgas nicht zu kochen beginnt, allerdings ist die Isolierung nie 100 prozentig und so wird ein Teil des Erdgases abgebrannt, oder zum Antrieb des Tankers verwendet. Das Problem dieser Kugeltanks ist, dass sie äußerst schwer sind und an Deck viel Platz wegnehmen, weil zwischen den Kugeln große Hohlräume entstehen. Mittlerweile haben viele dieser Flüssiggas-Tanker Membrantanks an Bord, die den Laderaum vollkommen ausfüllen und viel besser an die Schiffsstruktur angepasst sind.
Auch die Häfen müssen den speziellen Anforderungen angepasst werden. Es werden an den meisten großen Häfen der Industriestaaten LNG-Terminals geplant, oder bereits gebaut, die das flüssige Gas, das mit den Tankern ankommt erhitzen und gegebenenfalls speichern. Im vergangenen Frühjahr wurde in Großbritannien der größte LNG-Terminal Europas eingeweiht. Er soll die Briten mit 25% ihres Gasbedarfs versorgen und hat 13 Milliarden Euro gekostet. Die Stadt South Hook in Milford Haven, in der der Terminal steht erhofft sich durch dieses Projekt viele neue Arbeitsplätze und Förderungsmaßnahmen für die Stadt.
Wie bei den meisten großen Projekten hat dieses allerdings auch einen Haken: Kritiker befürchten, dass keine ausreichende Risikobewertung vorgenommen wurde und bei einer Schiffskollision im Hafen, die Stadt in Flammen aufgehen würde.
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