Tarifverhandlungen mit Gazprom

März 8, 2010 on 5:53 pm | In Allgemein | No Comments

Vor über einem Jahr gab es Schlagzeilen aus dem Osten, der russische Konzern Gazprom hatte nämlich dem Nachbarland, der Ukraine den Gashahn zugedreht, weil die in Zahlungsverzug geraten war. Da die Ukraine eines der wichtigsten Transitländer ist, war auch die Gasversorgung Europas gefährdet und auch die westlichen Staaten waren an einer schnellen Lösung des Konflikts interessiert.
Mittlerweile bekommt die Ukraine wieder Gas aus Russland, allerdings sind die hohen Preise nach wie vor ein Problem für die Ukraine. Der gerade erst in sein Amt gewählte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch macht sich nun auf den Weg um neue Preise mit Russland auszuhandeln. Um die Russen zu ködern bringt der ukrainische Staatschef ein verlockendes Angebot mit, denn in dem neuen Gaskonsortium, das Janukowitsch vor hat aufzubauen, soll Russland ganze 33 Prozent bekommen. Außer Russland sollen in diesem Konsortium, dass das ukrainische Pipeline-System betreiben, aber nicht besitzen soll, auch europäische Energieunternehmen sitzen, diese müssten sich dann allerdings den 33 Prozent der Russen beugen.
Bei den Verhandlungen am Freitag in der russischen Hauptstadt Moskau soll es neben den Gaspreisen auch um die Pipelines Notrth und South Stream gehen, die in der Zukunft Gas durch die Ostsee und durch das Schwarze Meer nach Europa leiten sollen. Das würde bedeuten, dass die Ukraine als Transitstaat für Gas, das für Westeuropa bestimmt ist weniger wichtig sein würde und dann auch weniger Transiteinnahmen hätte, die das Land dringend benötigt. Das Geld könnte dann in eine Modernisierung der Infrastruktur und des Managements im Gassektor genutzt werden, auf die Europa schon lange drängt und bislang noch wartet.
Man kann nur hoffen, dass der ukrainische Präsident sich nicht zu viel vorgenommen hat und seine Ziele in Russland wirklich durchsetzen kann, denn wie der deutsche Konzern E.on vor kurzem erst die Erfahrung gemacht hat, können Verhandlungen mit dem Konzernvorstand Gazproms, der auch gleichzeitig die Regierung Russlands ist, sehr nervenaufreibend sein und Janukowitsch vor die erste Geduldsprobe als Präsident der Ukraine stellen.

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